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         Seminar für Vergleichende Literaturwissenschaft
 
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Aktuelles Lehrangebot WS 2006-07

Vorlesung mit Übung: Emotionen in der Literatur, Literatur über Emotionen

Di 16:15-18:00 / Beginn: 24.10.2006
Ort: siehe Aushang

Prof. Dr. Fritz Gutbrodt

Die Informationsgesellschaft hat die Emotionen für die Priorisierung von Botschaften wiederentdeckt. Die Emotionalisierung von Inhalten verspricht Authentizität, die Wirkung wird durch die Kombination rationaler und emotionaler Register maximiert. Längst arbeitet die Softwareindustrie an der Sensibilisierung elektronischer Kommunikation. Die Frage einer Technologie der Emotionalität ist auch Teil einer Geschichte der Literatur. Die Rhetorik als Technik, «Leidenschaften» hervorzurufen, und Wordsworths Definition von Dichtung als «spontaneous overflow of powerful feelings»; die Label «Werther» oder «Byron» als Emotikons eines literarischen Weltschmerzes - in all diesen Phänomenen ist das Management der Gefühle stilbildend. Die Vorlesung fragt, wie Emotionen sich äussern und inszeniert werden, ob sie kulturell codiert und somit abrufbar sind, oder ob sie unkontrollierbar als Unsägliches eine Grenze der Sprache markieren. Neben Texten aus der vorwiegend englischen und deutschen Literatur kommen auch theoretische Texte über Emotionen zur Diskussion.

 

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